Guten Morgen allerseits! Ich wünsche euch allen einen schönen Nikolaustag! Habt ihr auch einen Schokonikolaus geschenkt bekommen? Ich hab bis jetzt nur welche verschenkt, aber mal sehen, vielleicht kriege ich ja auch noch einen heute ...
Unser Türchen zum 6. Dezember und kommt von Corab! Viel Spaß beimLesen!
Unter lautem Klirren zersprang die Blumenvase an der Wand und ergoss sich in einem Scherbenregen über den Holzfußboden.
„So geht das nicht!“, fauchte Kogoro und schlug mit der Faust auf seinen Schreibtisch, was den Stoß leeren Papiers, der sich auf diesem befand, durcheinanderwirbelte.
„Beruhige dich, Paps.“ Seine Tochter stand auf der Türschwelle und rieb sich schlaftrunken die Augen. „Was machst du denn hier um drei Uhr morgens. Du siehst aus wie ein Gespenst.“
Sofort entspannten sich Moris Gesichtszüge.
„Es tut mir Leid Mausebein, ich wollte dich nicht wecken.“ Entschuldigend sah er sie an. „Aber mir will für diese dämliche Weihnachtsgeschichte einfach nichts einfallen.“
„Weihnachtsgeschichte?“
„Ach stimmt, das habe ich dir ja noch gar nicht erzählt. Ich war doch heute bei Conans Elternabend und habe dort mit Frau Yamada gesprochen. Sie macht so ein Weihnachts-Eltern-Kinder-Geschichten-Projekt und ich habe mich bereiterklärt, eine Geschichte zu verfassen.“
Ran musterte ihn ungläubig.
„Echt jetzt? Du als Autor?“
Der Detektiv kratzte sich am Kopf und lachte verlegen. „Man sollte eben alles für die Kinder tun, nicht wahr?“
Rans Augen verengten sich.
„Und dass Frau Yamada kürzlich eine Brustvergrößerung hatte, hat gar nicht damit zu tun, oder?“
Kogoros Lachen wurde noch etwas verlegener.
„Was sagst du da? Das ist mir gar nicht aufgefallen.“
„Und dass sie sich kürzlich von ihrem Mann getrennt hat, spielte auch keine Rolle?“
„Oh, hat sie das? Das wusste ich ja gar nicht.“
„Natürlich“, gab Ran beleidigt zurück. „dann viel Erfolg noch bei deiner Aufopferung für die Kinder. Ich geh schlafen.“ Sie warf ihm noch einen letzten grimmigen Blick zu und steuerte dann wieder auf ihr Schlafzimmer zu.
„Pff, Weiber.“, äußerte Kogoro eine altbekannte Lebensweisheit. „Dabei hätte sie mir eigentlich ruhig mal mit der Geschichte helfen können.“
Mit einem schnellen Griff packte er wieder seinen Stift, den er für das Werfen der Vase aus der Hand gelegt hatte, und unternahm einen weiteren Anlauf.
Wie soll ich nur anfangen?, stöhnte er gedanklich. Es heißt ja, nach dem Anfang käme der Rest von allein.
Der aufstrebende Hobbyautor warf einen erneuten Blick auf die Stichwortvorgaben für seine Geschichte. Nikolaus und Sake. Wer denkt sich denn bitte so einen Quatsch aus? Und noch viel wichtiger, wieso suche ich mir diesen Quatsch dann auch noch aus? Die zweite Frage konnte er nach etwas reiflicherer Überlegung allerdings schließlich beantworten. Ach stimmt ja, das war, weil Sake darin vorkam.
Einen guten Anfang konnte er daraus nicht machen, weswegen er sich für einen Klassiker entschied.
Es war einmal...
Stolz betrachtete er diese ersten Worte die den Weg auf sein Papier gefunden hatten. Leider bedeuteten sie eine nächste große Frage. Was war einmal? Wieder fiel sein Blick auf den Stichwortzettel. „Es waren einmal ein Nikolaus und eine Sakeflasche?“ Er seufzte. Nein, das ist bescheuert.
Was könnte einmal gewesen sein? Was verband man normalerweise mit Weihnachten? Vielleicht war es wieder einmal Zeit für einen Klassiker:
Es waren einmal zwei Rentiere, die...
Abermals geriet der künftige Literaturnobelpreisträger ins Grübeln. Was taten Rentiere. Standen die Viecher nicht einfach nur in der Gegend herum und fraßen Gras?
Es waren einmal zwei Rentiere, die in der Gegend herumstanden und Gras fraßen.
Sehr gut. Er hatte den Anfang geschafft. Zufrieden klopfte er sich selbst auf die Schulter. Nun war es an der Zeit für den nächsten Schritt, doch vorher beschloss er, eine Pause zu machen. Die Denkarbeit hatte ihn durstig gemacht. Gähnend stand er auf und holte sich sein siebtes Bier an diesem Abend aus dem Kühlschrank. Während der Schaum auf dem Blech der ungeschickt geöffneten Dose herum sprudelte, verfiel Kogoro wieder in Gedanken und versuchte, sich an seinen Japanischunterricht zu erinnern. Was war noch einmal die Essenz jeder Geschichte? Er erinnerte sich düster daran, dass das Wort mit Kon begann. Konfusion? Konspiration? Kondom? Nein, so ein Quatsch. Entnervt nahm er einen Schluck seines Biers, als ihn mit einem Mal ein Geistesblitz durchzuckte. Jetzt kannte er das Wort. Voller Tatendrang er zurück an seinen Schreibtisch. Wie hatte er nur so dumm sein können? Nicht Konfusion, Konspiration oder gar Kondom (zumindest noch nicht) waren vonnöten, die Lösung war viel banaler.
Konflikt! Eine gute Geschichte brauchte Konflikt für die richtige Würze.
Es waren einmal zwei Rentiere, die in der Gegend herumstanden und Gras fraßen. Das eine Rentier hieß Kogo-Ren, das andere Yama-Ren. Kogo-Ren mochte Yama-Ren sehr gerne, aber Yama-Ren mochte ein anderes Rentier, das Kogo-Ren nicht mochte. Doch irgendwann stritten sich Yama-Ren und das andere Rentier. Yama-Ren hatte jetzt keinen Freund mehr. Also ließ Yama-Ren sich das Geweih vergrößern, um schneller einen neuen Freund zu finden. Das entging Kogo-Ren nicht und er mochte Yama-Ren jetzt noch mehr. Also ging er zu Yama-Ren und fragte sie, ob sie sein Freund wolle.
Ich bin der Yusaku Kudo der Rentierliebesgeschichten, stellte Kogoro zufrieden fest. Und meine Geschichte ist auch schon fast fertig. Ich brauche nur noch ein Ende. Ein Ende, er kaute auf seinem Stift herum, eigentlich ist das gar nicht so leicht zu machen. Es sollte die Dramatik einfangen und alle offenen Fragen auflösen. Und es ist eine Weihnachtsgeschichte, also sollten die Leser am Ende zufrieden und nicht traurig sein. Wie soll ich all diese komplexen Dinge nur unter einen Hut bringen? Was war die richtige Wortwahl? Er beschloss, diese Frage abermals bei einem Bier zu erörtern und stand auf.
Bei seiner Rückkehr hatte er die Antwort. Es war eine brillante Lösung, schlicht und doch genial. Sie erfüllte alle seine Anforderungen und war einfach perfekt. Mit einem überlegenen Grinsen notierte Mori den abschließenden Satz.
Yama-Ren sagte Ja.
Voller Begeisterung hielt er sein Meisterwerk in die Höhe. Schlicht, klar, genial. Es war kurz vor vier Uhr morgens und er hatte seine Herausforderung gemeistert. Wo ein Wille war, konnte man einen Weg finden, das hatte seine nächtliche Eskapade ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen. Diese Geschichte hatte alles. Einen mitreißenden Konflikt, sympathische Hauptcharaktere und eine durch Rentiere symbolisch übermittelte weihnachtliche Stimmung. Es war alles da. Alles, bis auf...
„Die Stichwörter!“, brüllte Kogoro laut. „Ich habe ganz vergessen, die Stichwörter einzubauen!“
Verzweifelt las er sein Werk ein weiteres Mal durch und fand schließlich einen Weg, seinen Faux-Pas zu korrigieren.
Es waren einmal zwei Rentiere, die in der Gegend herumstanden und Gras fraßen. Das eine Rentier hieß Kogo-Ren, das andere Yama-Ren. Kogo-Ren mochte Yama-Ren sehr gerne, aber Yama-Ren mochte ein anderes Rentier, das Kogo-Ren nicht mochte. Doch irgendwann stritten sich Yama-Ren und das andere Rentier. Yama-Ren hatte jetzt keinen Freund mehr. Also ließ Yama-Ren sich das Geweih vergrößern, um schneller einen neuen Freund zu finden. Das entging Kogo-Ren nicht und er mochte Yama-Ren jetzt noch mehr. Also ging er zu Yama-Ren und fragte sie, ob sie sein Freund wolle. Yama-Ren sagte ja. Sie gingen gemeinsam am Nikolaus Sake trinken.
Unser Türchen zum 6. Dezember und kommt von Corab! Viel Spaß beimLesen!
Unter lautem Klirren zersprang die Blumenvase an der Wand und ergoss sich in einem Scherbenregen über den Holzfußboden.
„So geht das nicht!“, fauchte Kogoro und schlug mit der Faust auf seinen Schreibtisch, was den Stoß leeren Papiers, der sich auf diesem befand, durcheinanderwirbelte.
„Beruhige dich, Paps.“ Seine Tochter stand auf der Türschwelle und rieb sich schlaftrunken die Augen. „Was machst du denn hier um drei Uhr morgens. Du siehst aus wie ein Gespenst.“
Sofort entspannten sich Moris Gesichtszüge.
„Es tut mir Leid Mausebein, ich wollte dich nicht wecken.“ Entschuldigend sah er sie an. „Aber mir will für diese dämliche Weihnachtsgeschichte einfach nichts einfallen.“
„Weihnachtsgeschichte?“
„Ach stimmt, das habe ich dir ja noch gar nicht erzählt. Ich war doch heute bei Conans Elternabend und habe dort mit Frau Yamada gesprochen. Sie macht so ein Weihnachts-Eltern-Kinder-Geschichten-Projekt und ich habe mich bereiterklärt, eine Geschichte zu verfassen.“
Ran musterte ihn ungläubig.
„Echt jetzt? Du als Autor?“
Der Detektiv kratzte sich am Kopf und lachte verlegen. „Man sollte eben alles für die Kinder tun, nicht wahr?“
Rans Augen verengten sich.
„Und dass Frau Yamada kürzlich eine Brustvergrößerung hatte, hat gar nicht damit zu tun, oder?“
Kogoros Lachen wurde noch etwas verlegener.
„Was sagst du da? Das ist mir gar nicht aufgefallen.“
„Und dass sie sich kürzlich von ihrem Mann getrennt hat, spielte auch keine Rolle?“
„Oh, hat sie das? Das wusste ich ja gar nicht.“
„Natürlich“, gab Ran beleidigt zurück. „dann viel Erfolg noch bei deiner Aufopferung für die Kinder. Ich geh schlafen.“ Sie warf ihm noch einen letzten grimmigen Blick zu und steuerte dann wieder auf ihr Schlafzimmer zu.
„Pff, Weiber.“, äußerte Kogoro eine altbekannte Lebensweisheit. „Dabei hätte sie mir eigentlich ruhig mal mit der Geschichte helfen können.“
Mit einem schnellen Griff packte er wieder seinen Stift, den er für das Werfen der Vase aus der Hand gelegt hatte, und unternahm einen weiteren Anlauf.
Wie soll ich nur anfangen?, stöhnte er gedanklich. Es heißt ja, nach dem Anfang käme der Rest von allein.
Der aufstrebende Hobbyautor warf einen erneuten Blick auf die Stichwortvorgaben für seine Geschichte. Nikolaus und Sake. Wer denkt sich denn bitte so einen Quatsch aus? Und noch viel wichtiger, wieso suche ich mir diesen Quatsch dann auch noch aus? Die zweite Frage konnte er nach etwas reiflicherer Überlegung allerdings schließlich beantworten. Ach stimmt ja, das war, weil Sake darin vorkam.
Einen guten Anfang konnte er daraus nicht machen, weswegen er sich für einen Klassiker entschied.
Es war einmal...
Stolz betrachtete er diese ersten Worte die den Weg auf sein Papier gefunden hatten. Leider bedeuteten sie eine nächste große Frage. Was war einmal? Wieder fiel sein Blick auf den Stichwortzettel. „Es waren einmal ein Nikolaus und eine Sakeflasche?“ Er seufzte. Nein, das ist bescheuert.
Was könnte einmal gewesen sein? Was verband man normalerweise mit Weihnachten? Vielleicht war es wieder einmal Zeit für einen Klassiker:
Es waren einmal zwei Rentiere, die...
Abermals geriet der künftige Literaturnobelpreisträger ins Grübeln. Was taten Rentiere. Standen die Viecher nicht einfach nur in der Gegend herum und fraßen Gras?
Es waren einmal zwei Rentiere, die in der Gegend herumstanden und Gras fraßen.
Sehr gut. Er hatte den Anfang geschafft. Zufrieden klopfte er sich selbst auf die Schulter. Nun war es an der Zeit für den nächsten Schritt, doch vorher beschloss er, eine Pause zu machen. Die Denkarbeit hatte ihn durstig gemacht. Gähnend stand er auf und holte sich sein siebtes Bier an diesem Abend aus dem Kühlschrank. Während der Schaum auf dem Blech der ungeschickt geöffneten Dose herum sprudelte, verfiel Kogoro wieder in Gedanken und versuchte, sich an seinen Japanischunterricht zu erinnern. Was war noch einmal die Essenz jeder Geschichte? Er erinnerte sich düster daran, dass das Wort mit Kon begann. Konfusion? Konspiration? Kondom? Nein, so ein Quatsch. Entnervt nahm er einen Schluck seines Biers, als ihn mit einem Mal ein Geistesblitz durchzuckte. Jetzt kannte er das Wort. Voller Tatendrang er zurück an seinen Schreibtisch. Wie hatte er nur so dumm sein können? Nicht Konfusion, Konspiration oder gar Kondom (zumindest noch nicht) waren vonnöten, die Lösung war viel banaler.
Konflikt! Eine gute Geschichte brauchte Konflikt für die richtige Würze.
Es waren einmal zwei Rentiere, die in der Gegend herumstanden und Gras fraßen. Das eine Rentier hieß Kogo-Ren, das andere Yama-Ren. Kogo-Ren mochte Yama-Ren sehr gerne, aber Yama-Ren mochte ein anderes Rentier, das Kogo-Ren nicht mochte. Doch irgendwann stritten sich Yama-Ren und das andere Rentier. Yama-Ren hatte jetzt keinen Freund mehr. Also ließ Yama-Ren sich das Geweih vergrößern, um schneller einen neuen Freund zu finden. Das entging Kogo-Ren nicht und er mochte Yama-Ren jetzt noch mehr. Also ging er zu Yama-Ren und fragte sie, ob sie sein Freund wolle.
Ich bin der Yusaku Kudo der Rentierliebesgeschichten, stellte Kogoro zufrieden fest. Und meine Geschichte ist auch schon fast fertig. Ich brauche nur noch ein Ende. Ein Ende, er kaute auf seinem Stift herum, eigentlich ist das gar nicht so leicht zu machen. Es sollte die Dramatik einfangen und alle offenen Fragen auflösen. Und es ist eine Weihnachtsgeschichte, also sollten die Leser am Ende zufrieden und nicht traurig sein. Wie soll ich all diese komplexen Dinge nur unter einen Hut bringen? Was war die richtige Wortwahl? Er beschloss, diese Frage abermals bei einem Bier zu erörtern und stand auf.
Bei seiner Rückkehr hatte er die Antwort. Es war eine brillante Lösung, schlicht und doch genial. Sie erfüllte alle seine Anforderungen und war einfach perfekt. Mit einem überlegenen Grinsen notierte Mori den abschließenden Satz.
Yama-Ren sagte Ja.
Voller Begeisterung hielt er sein Meisterwerk in die Höhe. Schlicht, klar, genial. Es war kurz vor vier Uhr morgens und er hatte seine Herausforderung gemeistert. Wo ein Wille war, konnte man einen Weg finden, das hatte seine nächtliche Eskapade ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen. Diese Geschichte hatte alles. Einen mitreißenden Konflikt, sympathische Hauptcharaktere und eine durch Rentiere symbolisch übermittelte weihnachtliche Stimmung. Es war alles da. Alles, bis auf...
„Die Stichwörter!“, brüllte Kogoro laut. „Ich habe ganz vergessen, die Stichwörter einzubauen!“
Verzweifelt las er sein Werk ein weiteres Mal durch und fand schließlich einen Weg, seinen Faux-Pas zu korrigieren.
Es waren einmal zwei Rentiere, die in der Gegend herumstanden und Gras fraßen. Das eine Rentier hieß Kogo-Ren, das andere Yama-Ren. Kogo-Ren mochte Yama-Ren sehr gerne, aber Yama-Ren mochte ein anderes Rentier, das Kogo-Ren nicht mochte. Doch irgendwann stritten sich Yama-Ren und das andere Rentier. Yama-Ren hatte jetzt keinen Freund mehr. Also ließ Yama-Ren sich das Geweih vergrößern, um schneller einen neuen Freund zu finden. Das entging Kogo-Ren nicht und er mochte Yama-Ren jetzt noch mehr. Also ging er zu Yama-Ren und fragte sie, ob sie sein Freund wolle. Yama-Ren sagte ja. Sie gingen gemeinsam am Nikolaus Sake trinken.