Abtreibung – Mord oder völlig ok?

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    • Welchen Preis hat ein Menschenleben?

      Wenn es den Gosho Aoyama nicht geben würde, müsste ich auf Detektiv Conan wohl verzichten. Vielleicht hätte jemand anderes Detektiv Schinichi auf den Markt gebracht.
      Wenn vor Jahren eine Freundin von dir gestorben ist, backt die dir heute keinen Kuchen mehr. Dafür kann dir eine andere Freundin einen Kuchen backen. Der Kuchen wird vielleicht nicht genauso schmieken wie von der Verstorbenen, aber er wird auch gut sein.

      Vielleicht wird sich alternativ deine Sichtweise zur meiner ändern :P Wenn ich raten müsste würde ich sagen, dass du um die 20 bist.


      Gefährlich finde ich ehr, wie wir als Gesellschaft zum Teil Menschenleben betrachten / wertschätzen. Hier hat Cognac mit seinem Posting eigentlich den Nagel auf den Kopf getroffen.
      Mitglied im "Sieg durch Dominanz, Orchideen und Karate im Finale: Der Ran-Mori(-gewinnt-wieder-)-Fanclub" :oshout:
    • Mensch, das nimmt ja wieder richtig Fahrt hier auf. Da will ich mich doch auch mal dazu äußern.

      First of all:
      Es nervt mich kolossal, dass andere Menschen (meinst alte Männer) über meinen Kopf hinweg entscheiden wollen, was ich zu tun und zu lassen haben. Es ist mein Körper und somit meine Entscheidung! Das nur ganz grob, mehr dazu später, denn auch ich sehe Einschränkungen.

      Kagome wrote:

      Nehmen wir an die Frau bringt einen Sohn zur Welt, der ihrem Vergewaltiger ähnlich aussieht. Soll die Frau jeden Tag, wenn sie das Kind sieht an die schreckliche Tat erinnert werden? Das Kind selbst wird darunter leiden, dass es ohne Vater aufwachsen wird.
      Viel schlimmer noch: Was meint ihr, wie viel Abneigung das Kind von der Mutter erfahren würde. Ich glaube, dass ein normales Verhältnis zwischen Mutter und Kind nicht möglich wäre.

      Wenn ich mir vorstelle, ich werde vergewaltigt, was schon eine unzumutbare psychische Belastung ist und wäre dann GEZWUNGEN das Kind meines Vergewaltigers austragen: Ganz ehrlich, ich glaube ich würde mir den Bauch aufschlitzen. Natürlich ist es ein Menschenleben, aber es ist etwas, was ich nicht in mir wachsen haben möchte. Das ist natrülich ein Extremfall. Ich würde an meine persönliche Grenze des Erträglichen gelangen. Und längst nicht jede (auch junge) Frau nimmt die Pille, um soetwas zu verhindern.

      Kagome wrote:

      Ein anderer Aspekt ist Krankheit. Wenn sich während der Schwangerschaft herausstellt, dass das Kind krank ist finde ich eine Abtreibung auch OK. Bei uns in der Straße gibt es eine Familie, die meinen tiefsten Respekt hat. Die haben ein Kind, dass seit Geburt im Rollstuhl sitzt, körperlich und geistig schwer geschädigt ist. Das Kind kann sich halt nicht bewegen und sprechen. Die Familie hat Haus, Auto usw an das Kind angepasst und muss es 24/7 betreuen. Das machen die nun seit mindestens 15 Jahren und man sieht wie es die Eltern zermürbt. Für sowas hätte ich keinen nerv.
      Ich stimme dir da zu 100% zu, Kagome.
      Ich war auch lange der Meinung, dass eine Abtreibung aus solch einem Grund moralisch nicht vertretbar ist. Dann hat meine Schwester angefangen in einer Inlusionskita zu arbeiten. Da war ein Kind, dass hatte regelmäßig Herzaussetzer, die nicht behoben werden konnten. Die Mutter und der Vater waren oft komplett am Boden, übernächtigt und konnten einfach nicht mehr. Einmal hat die Mutter zu meine Schwester gesagt, dass sie ein grausamer Mensch sei, weil sie manchmal wirklich überlegt hat nicht einzugreifen. Vor zwei Wochen ist das Kind in der Nacht gestorben, weil die Eltern so übernächtigt waren, dass sie es einfach nicht mitbekommen haben.
      Abtreibung in diesem Fall ist für mich okay, auch einfach, weil man auch noch ein eigenes Leben hat. Das ist es, was oft bei der Debatte vergessen wird.

      Es geht oftmals immer um das Menschenleben. Aber um welches frage ich mich oft. Klar, es gibt das des ungeborenen Kindes, aber auch noch das der Mutter bzw. des Vaters oder beiden. Und je nachdem wie hoch die Belasungsgrenze der jeweiligen Person(en) ist, muss man das entscheiden.

      Ähnlich sehe ich es auch, wenn es um das Leben der Mutter geht. Auch dort, ist es ihre eigene Entscheidung. Wenn sie ihren Tod riskiert, um das Leben des Ungeborenen zu retten, ist es ihre Entscheidung, auch wenn das Kind für immer mit den Konsequenzen leben und sich denken wird, dass es seine Mutter umgebracht hat.

      Ich möchte aber auch zu den Einschränkungen kommen, die ich sehe, wenn wir mal davon ausgehen, dass es eine gesunde Schwangerschaft ist und das Kind nicht durch eine Vergewaltigung erzeugt wurde, sondern weil die Erzeuger nicht aufgepasst haben.

      Generell sollten die 12 Wochen Regelung eingehalten werden.
      Ebenso: Wenn die werdende Mutter ein stabilies Umfeld hat, der Vater bereit ist Verantwotung zu übernehmen und das Kind sonst gesund ist, bin ich kein Freund von Abtreibung, auch wenn es die Entscheidung der werdenden Eltern (oder eben der Mutter, wenn sie alleine ist) ist.


      Wie so oft gilt, dass man beide Seiten zu verstehen und Extrema zu vermeiden versuchen sollte. Denn komplett für oder gegen Abtreibung zu sein, bringt uns wenig weiter. Wie so oft ist es der Mittelweg, den ich persönlich versuche einzuschlagen. Abtreibung zu verbieten, fühlt sich für mich falsch an, da einfach der Frau ihr Recht auf Selbstbestimmung genommen wird.

      Und für meiner eigenen Meinung sind IMMER die Umstände unter denen das Kind gezeugt wurde, entscheidend :)

      The post was edited 2 times, last by Fumie: Rechtschreib- und Tippfehler. ().

    • Hey, nachdem ich gesehen habe das vor nicht allzulanger Zeit dieses Thema im Forum wieder Relevant geworden ist wollte ich noch meinen Senf dazu geben:

      Grundsätzlich finde ich Abtreibungen mit einem trifftigen Grund für eine nachvollziehbare Entscheidung, diese wären für mich u.A.

      1.Eine Vergewaltigung

      2.Ein Gesundheitliches Risiko für die Mutter

      3.Eine starke Behinderung des Kindes

      Unter diesen Umständen ist eine Abtreibung definitiv ein gerechtfertigter Eingriff, kritischer jedoch sehe ich eine Abtreibung aus Karriere Gründen, ein letztlich schon lebendes Kind nur aufgrund der eigenen Lebensplanung zu töten ist moralisch gesehen ... ja, zumindest fraglich.

      Jedoch muss man auch einmal sagen das Abtreibungen nicht erst durchgeführt werden seitdem sie legal sind, Heutzutage hat man wenigstens die Möglichkeit einen solchen Eingriffe durchzuführen ohne das Risiko tragen zu müssen unfruchtbar zu werden oder gar zu sterben. (Eine Schulkollegin meiner Oma ist tatsächlich dadurch unfruchtbar geworden)

      Ein unlösbares Problem sehe ich in der: Mein Körper, Meine Entscheidung Thematik, das ist eigentlich die richtige Parole und natürlich auch das Recht der Mutter ABER den einzigen den ich da noch hinzureden würde ist der Vater, schließlich zeugt sich ein Kind nicht von allein aber die Mutter kann letztlich "alleine" das Kind abtreiben lassen, mir ist schon klar das Frauen viel mehr unter einer Schwangerschaft leiden aber ... was soll man dagegen tuen, andererseits sehe ich auch irgendwo ein das es keine Lösung ist das beide Partner nein dazu sagen müssen, da sonst vielleicht die Mutter extrem unglücklich ist und das Kind Aufgrund dieses Umstandes nicht richtig behandelt. Und da sehe ich dieses Paradoxon, wo ich mich als Mann zwar teilweise betrogen fühle, es andererseits aber auch nachvollziehen kann.

      Letztlich bin ich zwar zum Thema Abtreibung eher negativ gestimmt kann aber unter gewissen Umständen verstehen warum es nötig sein kann, und sowieso bin ich der Meinung:

      Wenn man Menschen nicht von etwas illegalen, teilweise gefährlichen abhalten kann, dann macht es legal

      Hey ... oder so :obye:
    • Zwar schon länger nicht mehr geantwortet worden aber ich lass mal meine Meinung hier.

      Abtreibung ist IMMER ein Recht der Mutter. Kein anderer hat auch nur ansatzweise das Recht da mitzureden. Nicht deren Eltern oder Großeltern etc
      Nein, auch nicht der Vater. Ja er ist Teil der Beziehung, aber trägt er das Kind aus? Geht er durch die ganzen Phasen der Schwangerschaft? Nope.
      Geht er das gesundheitliche Risiko ein? Nein.
      Sicher spürt er auch die Auswirkungen davon aber das ist für mich nicht vergleichbar.
      Immerhin ist der Tod bei der Geburt immer noch eine gegenwärtige Gefahr, wenn auch nicht mehr so häufig wie früher.
      Wenn der Mann das Gefühl hat ein Anrecht auf ein Kind zu haben, ist das für mich sehr egoistisch - eine Beziehung besteht immerhin aus zwei Menschen.
      Und Kindesplanung steht ganz oben auf der Liste von Dingen, bei denen beide einer Meinung sein müssen!

      Ein Fall in dem ich es moralisch anzweifeln würde ist, wenn die Frau plus Mann die Schwangerschaft schon länger geplant und darauf hin gearbeitet haben.
      (Und dann wie schon mal oben erwähnt aus Karrieregründen sich für diesen Schritt entscheiden wurde)
      In dem Fall wäre genug Zeit dagewesen um sich Gedanken über das zukünftige Kind und das Gewicht der Entscheidung zu machen.
      Und dann wäre Sie ja absichtlich schwanger geworden. In dem Fall gelten aber immer noch gesundheitliche Argumente.

      Wie schon oben mehrmals aufgeführt wurde, gibt es ja mehrere Gründe für eine Abtreibung und die sind auch alle gerechtfertigt.
      Nur meiner Meinung nach braucht es die alle gar nicht unbedingt. (Kommt natürlich drauf an)
      Es ist der Körper der Mutter, Ihre Psyche, Ihr Leben.
      Ich finde es furchtbar wie sich oft fremde Menschen das Recht anmaßen darüber urteilen zu können ob Frauen Ihr Kind abtreiben dürfen oder nicht.
      Was gehts dich an??
      Dann kommen Aussagen wie "ich habe selbst 3 Kinder" - ja und?? Geben die dir eine Bescheinigung zum Einmischen? Sicher nicht!
      :odeaf:

      Lasst die Menschen Kinder kriegen, die auch welche wollen und bereit sind Jahre Ihres Lebens eben jenen zu widmen.
      Was habt Ihr davon, wenn Ihr jemanden zwingt ein Kind zu kriegen, dass Sie gar nicht will?
      Euer moralischer Kompass gilt für euch und euch allein - Ihr könnt Ihn keinem aufzwingen!